Aderlaß

Die Methode des Aderlasses gibt es bereits seit der Antike. Im 17. bis 19. Jahrhundert geriet der Aderlass (ähnlich wie das blutige Schröpfen) etwas in Verruf, weil die oben angesprochenen Regeln missachtet wurden und oft zu viel Blut entnommen wurde. Der grosse Hahnemann (Homöopathie) gehörte zu Lebzeiten zu den grössten Kritikern des Aderlasses. Heute hat der Aderlass bei Heilpraktikern wieder den ihm zugehörigen Stellenwert erhalten.

Akupunktur

Akupunktur

Die Akupunktur und die theoretischen Grundlagen der chinesischen Medizin gibt es seit über viertausend Jahren. Das letztlich auch in Europa und anderen Staaten gelehrte Denkmodell besteht bereits seit über zweitausend Jahren. Die ersten konkreten Aufzeichnungen stammen vom sog. Gelben Kaiser (Huang-Ti; etwa 3000 v. Chr.).
In Europa wurde diese Methode erstmals aus Berichten von Missionaren bekannt. Französische Ärzte waren in Europa die Vorreiter dieser Heilmethode. In Deutschland wurde spätestens seit den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts die Akupunktur von Heilpraktikern ausgeübt.

Baunscheidtieren

"Einweg-Baunscheidt-Kopf"

Carl Baunscheidt (1809-1873), seines Zeichens Erfinder, litt unter einer rheumatisch-gichtischen Gelenkerkrankung und erfuhr eine Besserung seines Leidens durch einen Insektenstich. Dies veranlasste ihn, selbst nach einer Möglichkeit zu suchen, diesen natürlichen Prozess nachzuahmen. Hieraus entstand das nach ihm benannte Verfahren. Schon bald nach der Erfindung boomte dieses Verfahren und wurde universitäres Lehrfach. Heute ist dieses wichtige Therapieverfahren fast ausschließlich in der Hand des Heilpraktikers.

Bindegewebsmassage

Die Bindegewebsmassage wurde in Ihrer heutigen Form von Hede Leube und Elisabeth Dicke im Jahr 1938 erstmalig vorgestellt. Vorangegangen war eine mehr als zehn Jahre andauernde Entwicklung dieser Behandlungs- methode. Elisabeth Dicke entwickelte sie aus der Therapie einer eigenen krampfartigen Verengung der Beingefäße.

Erst später wurde die hervorragende Wirkung dieser therapeutischen Methode über die Beeinflussung tastbarer Spannungs- veränderungen im Bereich der sogenannten Head`schen Zonen (Reflexzonen am Rumpf) in Haut, Unterhaut und Bindegewebe, von denen aus eine Behandlung innerer Organe über die Haut möglich ist. Über diese Methode wird der normale Spannungsgrad des Gewebes wieder hergestellt und parallel dazu verschwindet das Leiden, welches zu einer Veränderung der Head`schen Zonen Anlass gegeben hatte.

Blutegel-Therapie

Bereits vor Jahrhunderten suchten die Menschen von Blutegeln bewohnte Bäche und Weiher auf mit der Absicht, sich selbst von den Tieren zu therapeutischen Zwecken beißen zu lassen. Diese Technik führte nicht zuletzt dazu, dass die Blutegelbehandlung Höhen und Tiefen durchwanderte und zeitweise sogar in Verruf geriet. Ansteckungen waren zwar relativ selten, aber nicht auszuschließen.
Heutzutage werden nur noch Zuchttiere für die Therapie verwendet. Damit hält diese Therapie den strengen Anforderungen der Hygieneverordnung stand.

Cantharidenpflaster

Die Cantharidenpflasterbehandlung ist ein uraltes Heilverfahren, welches lange scheinbar in Vergessenheit geraten war und Anfang des letzten Jahrhunderts zu einer neuen Renaissance fand.

Chiropraktik

Bereits Hippokrates (460 – 370 v. Chr.) betonte wiederholt, dass „es notwendig ist, die Wirbelsäule gut zu kennen, da viele Erkrankungen mit der Wirbelsäule im Zusammenhang stehen und deshalb die Kenntnis für das Heilen vieler Erkrankungen notwendig ist“.

Er beschreibt die Behandlung der Wirbelsäule „Das ist eine alte Kunst. Ich habe vor denen, die sie als Erste entdeckten, größte Hochachtung. .... Nichts darf dem Auge und den Händen des gewandten Behandlers entgehen, damit er auf dem Behandlungstisch die verschobenen Wirbel ohne Schaden für den Patienten einrichten kann“.

Zahlreiche Reliefs zeigen die Manipulationstherapie im Altertum.

Andrew Still, geboren 1824, gebührt der Verdienst, die Bedeutung von Manipulationen an der Wirbelsäule von neuem entdeckt und eine fundierte Technik ausgearbeitet zu haben. 1874 gründete Still in Kirksville / USA eine eigene chiropraktische Schule.

1895 gründete D. D. Palmer in Davenport eine weitere Schule und in der Folge kam es zu gerichtlichen Auseinandersetzungen, wer die Chiropraktik in Ihrer heute noch bestehenden Form erfunden habe. Dies scheint jedoch ein typisch amerikanisches Problem zu sein. Nach dem heutigen Stand der geschichtlichen Forschung hat weder Still noch Palmer die Chiropraktik „erfunden“, wir gestehen jedoch beiden zu, sie systematisiert zu haben.

Eigenblut-Therapie

Der Papyrus Ebers, aus dem 15. Jahrhundert vor Christus, erwähnt unter anderem in der ägyptischen Medizin die Anwendung von Blut zur Therapie beim Menschen. Das eigentliche Geburtsjahr der Eigenbluttherapie datiert auf das Jahr 1898, in dem die in Amerika lebenden Schweden Elfstrom und Grafstrom es erstmals in der heute bekannten Form bei Lungenentzündungen einsetzten.

... die Eigenbluttherapie ist eine unspezifische Reiztherapie, bei der durch "einen Stoß ins vegetative System" eine Umstimmung erzielt wird.
Sehr erfolgreich erweist sich diese Therapieform bei der Behandlung von Allergien, therapieresistenten Beschwerden und dem chronischem Müdigkeitssyndrom.

Fußreflexzonenmassage

Bei der Fußreflexzonenmassage handelt es sich um eines der jüngeren Therapieverfahren. Es wurde von Eunice Ingham erstmalig etwa um 1938 in Ihrem Buch "Geschichten die die Füße erzählen" veröffentlicht. In Deutschland hat Hanne Marquardt um 1960 das Verfahren perfektioniert und zum Gebrauch in der Medizin systematisiert. Ärztlicherseits ringt das Verfahren noch heute um Anerkennung. In den Praxen der Heilpraktiker wird die Fußreflexzonenmassage seit vielen Jahren erfolgreich eingesetzt und gehört auch zum Ausbildungsplan seriöser Heilpraktikerschulen.

Wichtig ist der Hinweis, daß die Ausübung der Fußreflexzonenmassage zu den Behandlungsverfahren gehört, die nach der Rechtsprechung der Ausübung entsprechend dem Heilpraktikergesetz unterliegen. Das heißt, dieses Verfahren darf am Patienten nur von einem Heilpraktiker oder Arzt durchgeführt werden.

Sonderform: Die Handreflexzonen

Ebenso wie am Fuß befinden sich auch an der Hand ähnliche Reflexzonen. Deren Massage ist jedoch nicht so effektiv wie am Fuß, jedoch als Ergänzung geeignet.

HOT - Hämatogene Oxydationstherapie

... bei der HOT werden ca. 60-100 ml Patientenblut mit Natriumcitrat ungerinnbar gemacht und in einer speziellen HOT-Apparatur mit Hilfe von medizinischem Sauerstoffgas aufgeschäumt und intensiv mit einem Spezial-UV-C-Brenner durch eine definierte Wellenlänge bestrahlt. Bei diesem Vorgang entsteht u.a. Singulett-Sauerstoff. Die roten Blutkörperchen werden bei diesem Verfahren mit diesem Sauerstoff angereichert, anschließend wird das behandelte Blut in der Regel intravenös zurückgegeben. Dieses Verfahren ist hervorragend geeignet, um Erkrankungen mit einem Sauerstoff-Mangel im Körper, oder Durchblutungsstörungen zu behandeln.
Sauerstoff und UV-Licht waren und sind die Voraussetzungen für die Entstehung und Erhaltung des Lebens. Eine mangelhafte Sauerstoffversorgung des Blutes sowie eine unzureichende Verwertung im Körper sind die Hauptursachen für viele Erkrankungen.

Kinesiologie

Bevor das Elektroencephalogramm (Messung der Hirnströme) und das Elektromyelogramm (Messung der Muskelströme) technisch ausgereift waren, setzte man anfangs des letzten Jahrhunderts obligatorisch den Muskeltest zur Messung dieser Faktoren beim Menschen ein.
Um 1960 stellet der amerikanische Chiropraktiker Prof. George Goodheart bei seiner Arbeit mit Sportlern fest, dass negative Einflüsse – z.B.: Stress, Fehlernährung, Allergene, u.a. – bestimmte Muskeln schwächen. Ebenso entdeckte er, dass nicht unbedingt verkrampfte Muskeln behandelt werden müssen, sondern dass diese Verkrampfung sich durch eine Stärkung schwacher Muskeln sehr leicht beheben lässt. Ebenso entdeckte er Zusammenhänge zwischen Muskeln, Organen, Reflexzonen und den Energiebahnen der chinesischen Medizin.
John F.Thie – ein Schüler von Goodheart – entwickelte daraus um 1970 ein leicht erlernbares Therapiesystem, das sogenannte Touch for Health: Es verknüpft die Kinesiologie mit Erkenntnissen aus der chinesischen Medizin, der Ernährungslehre, der Lehre von den Reflexzonen, der Chriopraktik und Osteopathie.

Anmerkung:
Die Kinesiologie ist ein Verfahren zur Feststellung oder Behandlung von Leiden oder Krankheiten des Menschen und unterliegt daher der Durchführungsverordnung nach dem Heilpraktikergesetz.

Klassische Massagen

Seit Urzeiten haben die Menschen gespürt, dass massageähnliche Berührungsformen dem kranken und gesunden Menschen gut tun. Mütter verwenden Sonderformen der Massage völlig automatisch, wenn das Kind über einen Schmerz klagt.

Mit der Fortentwicklung der Kenntnisse in der menschlichen Anatomie und im Zusammenspiel der verschiedenen Muskelgruppen haben sich in den vergangenen eintausend Jahren verschiedene spezifische Techniken der Massagen entwickelt.

Auch die traditionelle chinesische Medizin kennt verschiedene Massagetechniken. Manche Autoren behaupten sogar, die Akupunktur habe sich aus der chinesischen Massage entwickelt.

Modifizierte Augenakupunktur nach Prof. John Boel

Modifizierte Augenakupunktur nach Prof. John Boel/DK

Die Behandlung von Augenleiden mittels der klassischen chinesischen Akupunktur konnte bisher nur wenig Behandlungserfolge vorweisen. Der Arbeit des dänischen Akupunkteurs Prof. Dr. John Boel ist es zu verdanken, daß die ursprüngliche Erfolgsrate von 5 - 10% in den letzten Jahren erheblich verbessert werden konnte. Es werden heute Erfolge erzielt, die inzwischen bei verschiedenen Krankheitsbildern bis zu 80% und mehr angewachsen sind.

Osteopathie

Chiropraktik und Osteopathie sind vom Ansatz her verwandte Verfahren. Sie haben die gleichen geschichtlichen Wurzeln. Bereits Hippokrates (460-370 vor Christus) beschreibt ausführlich das Einrenken und die Behandlung von Knochen und Gelenken.

Systematisiert wurde die Osteopathie von O. Naegeli, J. A. Mennell, seinem Nachfolger Cyriax Anfang des 20 Jahrhunderts. Hervorgehoben werden muss zweifelsohne Stoddard, der sich als Begründer der modernen Technik der Funktionsuntersuchung und Behandlung einen Namen gemacht hat.

Schröpfen

Erstes gut belegbares Zeugnis für die Existenz dieser Therapie fand sich als Emblem auf einem Arztsiegel aus der Zeit um 3300 vor Christus in Mesopotamien. In der alten Welt kannte und benützte man diese Methode umfassend in Ägypten, Indien und in Griechenland. Hier galt der Schröpfkopf geradezu als Wahrzeichen bekannter Ärzte und der Gott des Schröpfens hieß Telesphorus und war göttlicher Sohn des Asklepios.

Im 17. Jahrhundert wurde diese Therapieform in die Hände der Bader (Friseure) und Feldscher (Lazarettärzte) gelegt. Diese benutzten nur das Verfahren des "blutigen" Schröpfens und differenzierten nicht ausreichend nach den entsprechenden Krankheitsbildern. Hierdurch kam dieses Verfahren durch falsche und übermäßige Anwendung langsam in Verruf. Heute bewährt sich dieses wichtige Therapieverfahren fast ausschließlich in der Hand des Heilpraktikers.

Therapeutisches Taping

Die Therapeutische-Taping-Methode ist aus dem Kinesio-Taping, dem MEDI-Taping, dem AKU-Taping und dem koreanischem CROSS-Taping hervorgegangen. Durch ein speziell entwickeltes elastisches Tape und eine entsprechende Technik ist es möglich Schmerzen und Bewegungseinschränkungen sofort erfolgreich zu therapieren.
Die Therapeutische Taping-Methode nutzt den körpereigenen Heilungsprozess. Es nimmt Einfluss auf das neurologische und zirkulatorische System des Menschen. Durch die spezifische Art des Tapens erzielt man eine stimulierende Wirkung auf Muskelpartien, Gelenke, Lymph- und Nervensystem. Durch Einbeziehen der Energetik der Akupunktur kommt man zu einer sinnvollen und erfolgreichen Therapie.
Der Praxisinhaber unterrichtet sehr erfolgreich diese Therapieform seit 2005 in den verschiedensten europäischen Staaten.